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Der Herold 04/15: Ein unbekannter Rittersaal, alte Bierbrauer und andere Zeitreisen

Der_HeroldGerade in den letzten Wochen haben sich wieder einige Links angesammelt, die ich hier kurz vermerken möchte.

Neuigkeiten aus Sachsen

Sensationsfund: Experten entdecken alten Rittersaal im Schloss Lichtenstein | Freie Presse
»Vermutlich muss nun auch die Entstehung des Schlosses zurückdatiert werden.« heißt es im Teaser des Artikels. Laut Wikipedia wurde ein Gemäuer um 1212 im Castrum Lichtenstein erwähnt, doch es wird gleich darauf verwiesen, dass diese Angabe »umstritten« ist. Bei probeweisen Durchbrüchen von Wänden aus der Nachkriegszeit stießen zwei Restautationen nun auf einen Rittersaal, der wohl nach dem großen Brand 1357 entstanden war. Bisher war das Vorhandensein eines Rittersaals auf Burg bzw. Schloss Lichtenstein gänzlich unbekannt.


Weitere Nachrichten

Erfurter Bier – älteste Brauerei Thüringens im Ursulinenkloster entdeckt | TLDA
Anfang August begann eine Grabung in der Thüringer Landeshauptstadt, welche schon alsbald erste Ergebnisse sprichwörtlich zu Tage förderte: Wirtschaftsgebäude mit Lehm- und Steinböden und einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Öfen, welche jeweils ein Sandsteingewölbe besaßen. In einem fanden die Wissenschaftler eine dicke Schicht verkohlter Gerste.

Norwegen gründet Hochschule für das „Wikinger-Sein“ | Badische Zeitung
Mit vier Einwohnern je Kilometer dürfte Seljord im Süden Norwegens recht beschaulich sein. Doch die dortige Hochschule macht mit einer Innovation von sich Reden: Dem ersten staatlich anerkannten Hochschulabschluss über das Leben der Wikinger. Seit Anfang September beschäftigen sich nunmehr vierzehn Studenten mit dem Alltag des eroberungsfreudigen Volkes, dessen Kleidung und den Ritualen. Das dies aber nicht alles ist, verrät ein Blick auf den »Stundenplan«.

Experiment Zeitreise: Ins Mittelalter | MDR
Die Volontäre des Mitteldeutschen Rundfunks haben sich verschiedene Geschichtsepochen zur Erforschung herausgesucht. Neben etwa der Stein- und DDR-Zeit verschlug es Volontärin Nora ins 12. Jahrhundert und erkundet dabei die Königspfalz Tilleda am Kyffhäuser.
Und bleiben wir noch kurz beim MDR und der Zeitreise: Das Magazin zur Geschichte Mitteldeutschlands, welches früher einmal Barbarossa hieß, erhält eine Rundumerneuerung – samt Namen und Moderation. Wie DWDL berichtete, wird Mirko Drotschmann das Erbe von Gunter Schoß übernehmen. Bekannt wurde Drotschmann durch sein Bildungsformat wissen2go auf YouTube, wo er nun auch für das MDR-Format zeitreise2go mitwirkt. Neben dem MDR-eigenen Schwerpunkt DDR gibt es aber auch Videos beispielsweise zur Geschichte des Luftkrieges oder zur Stadt im Mittelalter: // Direktlink

 
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Verfasst von - 13. September 2015 in Der Herold

 

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Der Herold 04/14: Bauarbeiten, Fürstentage und mancherlei Bodenfunde

Neuigkeiten aus Sachsen

Der_Herold

Seit geraumer Zeit wird fleißig im und am erzgebirgischen Schloss Schwarzenberg gebaut, welches zwischen 1200 und 1220 (zur Zeit der Besiedelung des Erzgebirges) errichtet wurde. Und meist gehen mit solchen Arbeiten auch gern einmal neue Funde einher. So konnten etwa hinzugerufene Archäologen Anfang Dezember Knochen und Scherben bergen. Außerdem konnten neue Erkenntnisse über die Ringmauer im Südflügel gewonnen werden. (KabelJournal) Und die Arbeiten gehen weiter – und vielleicht finden sich ja noch die ein oder anderen Schätze. Wie der Lokalsender KabelJournal berichtete, wurden Anfang Mai beispielsweise neue Deckenbalken eingebaut. Die Räume, die derzeit umgebaut werden, beherbergten die Dauerausstellung des Schlosses, welche nun parallel neugestaltet wird. Ab November 2014 kann man die neue Ausstellung wieder besichtigen und dabei auch einige komplett neue Exponate vorfinden.

Am 14./15. Juni finden in Rochlitz und Seelitz die Fürstentage statt. Das Schloss Rochlitz lockt dazu die Besucher auch mit ermäßigtem Eintritt in die neue Sonderausstellung eine STARKE FRAUENgeschichte – 500 Jahre Reformation. Diese beschäftigt sich mitz außergewöhnlichen Frauengestalten der kirchlichen Reformation. Die Sonderausstellung wurde am ersten Mai eröffnet wurde und ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen.


Weitere Nachrichten

In nordwestlichen Niedersachsen – genauer in Neermoor in Moormerland – wurden dank eines tierischen Helfers aus dem Untergrund Mauerreste einer ostfriesischen Häuptlingsburg gefunden. Die Wasserburg des 15. Jahrhunderts ist besaß einen eigenen Brunnen und einen Wassergraben und hat mit 70×20 Metern eine beachtliche Größe. Weitere Einzelheiten kennt der Burgerbe-Blog.

Mitte Mai berichtete die Augsburger Allgemeine, dass ein Skelett gefunden wurde, welches die Knochenmerkmale eines Geräderten aufwies. Dass das Rad als Todesstrafe verbreitet Anwedung fand, ist allgemein bekannt und in Handschriften festgehalten. Allerdings fanden sich auf deutschem Boden bisher keine menschlichen Überreste, die die Verwendung untermauerten. In Brandenburg fand man nun das Skelett eines damals 35-39-jährigen Mannes, dessen Körperhaltung und Knochenbrüche auf eben jenen unrühmlichen Tod hinweisen.

Die Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus wird als ein ausschlaggeb, wisendes Ereignis gesehen, welches das Ende des Mittelalters einläutete. Flagschiff der Expedition, die ja eigentlich nur den Seeweg nach Indien erkunden wollte, war das Schiff Santa Maria. Am 25. Dezmeber 1492 lief es auf Grund und konnte wohl auch nicht mehr gerettet werden. Im Mai diesen Jahres wurde nun bekannt, dass das Schiffswrack wohl vor der Küste Haitis gefunden wurde – bereits 2003, wie die FAZ ausführt.
Nachtrag vom 27.09.2014: Inzwischen hat sich das Thema erledigt. Man hat die Santa Maria nicht gefunden.

Vor einiger Zeit schon bin ich über einen Artikel auf stern.de aus dem Jahre 2005 gestolpert, der anschaulich darstellte, worin die »wissenschaftlichen Beratung« bei geschichtlichen Filmprojekten besteht. Anlass des Beitrags war das damalige Zeitreise-Experiment der ARD Abenteuer Mittelalter, welches vom MDR und Arte produziert wurde. Wie etwa auch bei der Bräuteschule 1956 und dem Schwarzwaldhaus 1902 werden normale Leutchens für einen begrenzten Zeitraum „ausgesetzt“ – diesmal im 15. Jahrhundert. Dort übernehmen sie ganz reguläre Aufgaben (z.B. den Burgvogt bekochen). Damit das alles mit rechten Dingen zugeht und alles authentisch ist (außer natürlich die beiwohnende TV-Crew samt Technik), hat man ja von Anfang an den Hochschuldozenten für mittelalterliche Geschichte bei der Hand, damit er von Anfang an wissenschaftlich beraten kann, was gut und böse ist. Was geht, was nicht, wie was wo zu sein hat. Oder?

 
 

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Erste Einblicke in’s smac

Am 16. Mai – also in weniger als 9 Tagen – öffnet das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) für die breite Öffentlichtkeit. Über die letzten Vorbereitungen berichten die Mitarbeiter fleißig auf der Internetseite (im eigenen Blog) und bei Facebook. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk war bei den Arbeiten dabei und brachte am Sonntag einen Nachrichtenbeitrag über das neue Museum. Aus Anlass der Eröffnung widmet sich auch das Wissensformat LexiTV (Sendung am 15.05.2014 um 15 Uhr) am Tag vor der Öffnung der Archäologie:

Plakat des Landesamt für Archäologie SachsenDer Nachrichtenbeitrag ist vorraussichtlich ab Sonntag wohl depubliziert, aber der LexiTV-Beitrag dürfte noch eine Weile online sein. Wir werden auf jeden Fall in nächster Zeit einmal das neue Museum besuchen, einen großen Anreiz beitet das Museum zum Eröffnungswochenende alle Mal: Freien Eintritt! Allerdings lässt das auch einen regen Besucherstrom vorausahnen, was wohl an der Ruhe, sich die Exponate genauer anzuschauen, etwas verdrängen drüfte. Sei’s drum, wir sind sehr gespannt, die ersten Eindrücke sehen mehr als vielversprechend aus.

Nachtrag um 23:59 Uhr: Vorhin haben wir nebenstehendes Plakat des Landesamtes für Archäologie Sachsen an einer Litfaßsäule in Leipzig gefunden. Wir waren schwer begeißtert von der bloßen früheren Existenz eines Wollnashorns! Mission des Plakats erfüllt – tolle PR-Arbeit. Und bitte mehr davon! Schräg gegenüber befindet sich übrigens ein Plakathinweis auf die Hallenser Ausstellung über die mysteriösen Steinzeittoten von 3.300 vor Christus. Diese Sonderausstellung geht übrigens nur noch bis zum 18. Mai 2014!

Nachtrag 15.05.2014: Der MDR hat nun auch eine Sonderseite zur heutigen Museumseröffnung auf seiner Homepage, wo noch einiges mehr zu finden ist. Heute vor 84 Jahren eröffnete übrigens das Kaufhaus Schocken, in welchem sich das Museum nun befindet.

Nachtrag 19.05.2014: Die morgige Ausgabe von Echt – Das Magazin zum Staunen widmet sich ebenfalls der Archäologie mit Blick auf’s smac. (Morgen 21:15 im MDR Fernsehen.)

// Zum Weiterlesen:
Im Kern mittelalterliche Burgen des Erzgebirges

 

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