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Schlagwort-Archive: Festung Königstein

Der Herold 03/16: Gebeine, Sanierungsbedarf und eine Kriegergrab

Neuigkeiten aus Sachsen

Der_Herold

Grabungen am Bernstein-Carré | mephisto 97.6
In der Leipziger Innenstadt wurde eine Grabungskampagne beendet, die einen Friedhof des Spätmittelalters und eine Goldmünze mit dem Bild Augusts dem Starken zu Tage förderte, die als Glückbringer für einen Neubau gedient haben könnte.

Museen sollen menschliche Gebeine zurückgeben | Sächsische Zeitung
Menschliche Gebeine: Überreste der Geschichte | mephisto 97.6

Im Laufe der Jahrzehnte und -hunderte sammeln sich in den Magazinen von Landesämtern und Archiven allerlei Dinge an, eben auch Knochen von Mensch und Tier. Gerade Knochen können über große Zeitspannen hinweg Informationen über Ernährung und Krankheiten sowie Körperbelastung und Verletzungen bewahren. Allerdings handelt es sich bei Gebeinen eben aber auch um die Überreste einer Persönlichkeit, die man mit Würde behandeln muss, aber auch aus fremden Ländern stammen können, die diese nun zurückhaben möchten.

Aufzug am Burgberg ist eine Fehlkonstruktion | Sächsische Zeitung (06.02.)
Das ging schief | Sächsische Zeitung (25.02.)

Die Albrechtsburg in Meißen thront malerisch über den Flusslauf der Elbe – und liegt dafür auf einem Berg. Das hat sie (nicht nur) beim letzten Hochwasser 2013 zwar vor einer Überflutung bewahrt, doch man muss eben ein paar Höhenmeter überwinden, um auf den Burghof zu gelangen. Seit vier Jahren soll ein Personenaufzug den Menschen helfen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Leider ist nur sein Betrieb störanfällig und im Mai läuft die Gewährleistung für den 2,2 Millionen Euro teuren Lift aus…

Sanierung der talseitigen Fassaden an der Albrechtsburg Meissen beginnt | Freistaat Sachsen
Passenderweise wird an einer anderen Stelle der Burg bereits renoviert. Außenflächen sollen gereinigt und instandgesetzt werden. Außerdem erhält die Hoffassade einen neuen historischen Anstrich.

Jahrzehnte hinter Festungsmauern – ganz freiwillig | MDR
Sonja Margraf ist 85 Jahre alt und wohnt seit 46 Jahren auf der Festung Königsstein, womit sie sich einen Traum erfüllte. Damals wohnten Festungsmitarbeiter auf der Festung – Sonja Margraf ist geblieben spricht im MDR über alte Erinnerungen und den Besonderheiten des (winterlichen) Lebens in der Höhe.

Sonderausstellung im Miniaturformat | Festung Königstein
Neben Sonja Margraf und der Dauerausstellung gibt es ab dem 23. April auf der Festung Königstein eine Sonderausstellung zu sehen, die sich unter anderem mit der Geschichte des Mönchtums, der Orden und der sächsischen Klosterlandschaft im Allgemeinen und sich mit dem Cölestinerorden im Speziellen beschäftigt. Der Blog der Festung gibt einen Einblick in die Vorbereitungen der anstehenden Ausstellung.


Weitere Nachrichten

Mit Schwert und Goldkreuz in die Ewigkeit | Stuttgarter Nachrichten
Unerwarteter Fund eines herausragenden Waffenträgergrabes | Archäologie online
Auf das unberührte Grab eines christlichen Alamannenkriegers des frühen 7. Jahrhunderts ist das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg gestoßen. Dabei macht der Reiter durch seine beachtliche Körpergröße und seine Grabbeigaben auf sich aufmerksam. Sein Grab und viele andere Funde wurden bereits bei einer großflächigen Rettungsgrabung in Gipsblöcken geborgen und wurden Anfang Februar vorgestellt. In zwei Jahren sollen auch die anderen Funde ausgestellt werden.

600 Jahre unter Wasser | Geschichte
Eine mittelalterliche Kogge fand man bereits vor fünf Jahren im Flussbett der Ijssel in den Niederlanden. Nun konnte das rund fünfzig Tonnen schwere Handelsschiff geborgen werden und soll in den nächsten drei Jahren untersucht werden. Doch man weiß bereits, dass die „Ijsselkogge“ mit voller Absicht versenkt wurde.

Neue Flüchtlings- und Asylbewerberheime ohne Verursachergrabungen | DGUF
Wer irgendetwas (Größeres) bauen möchte, der muss gegebenenfalls in seinem Bauplan Zeit und Kosten für eine archäologische Untersuchung einrechnen. Durch den Bau von Einkaufszentren und Autobahnen können so also ebenso Erkenntnisse über das Leben früherer Gesellschaften gefunden werden, wie durch den Braunkohletagebau. Auch in Niedersachsen gilt dafür das Verursacherprinzip, das „im Rahmen des Zumutbaren anzuwenden“ sei. Und nun kommen wir zum aktuellen Streitpunkt zwischen Wissenschaftler und Behörden: Ist das Aussetzen eben jenes Verursacherprinzips legitim, wenn man ein Flüchtlingsheim bauen möchte?

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Der Herold #5: Ausstellungen, die Bibliotheca Augusta und ein Löwenherz

Der_HeroldZum Ende der Maienzît verkündet der Herold einmal mehr interessante Dinge für jeden, der sie hören mag. So tritt er auf dem Plane und fängt an, nachdem er seine Steuererklärung hoffentlich richtig abgegeben hatte.

Neuigkeiten aus Sachsen

Im Verkehrsfunk hört man hin und wieder von diversen Ereignissen am Autobahndreieck Nossen. Tja, früher war alles besser, doch vieles auch anders. Was genau die damaligen Risiken bei Reisen des sächsischen Adels des 16. – 19. Jahrhunderts gegeben hat und welche Reisemöglichkeiten überhaupt zur Verfügung standen, beleuchtet eine Sonderausstellung namens Adel on tour – adlige Reisekultur in Sachsen. Zahlreiche Originale werden noch bis zum 6. Oktober im Schloss Nossen zu sehen sein. Möge die Reise dorthin gütlich verlaufen. | Schlösserland Sachsen

Eine weitere Sonderausstellung befindet sich etwa (mit dem Auto) 65 Kilometer weiter südöstlich. Dort nämlich befindet sich die Festung Königstein, welche sich mit Napoleons Pakt mit den Sachsen aus dem Jahre 1806 beschäftigt. Sachsen bekam dadurch einen eigenen König und das bisherhige Kurfürstentum wurde Verbündeter an der Seite des Bonapartes. Gezeigt werden Exponate der Zeit zwischen 1806 und 1815 – auch Napoleons schwarzer Hut wurde beschafft. Die Ausstellung läuft noch bis zum 03. November, dieses Wochenende ist zudem ein Historienspektakel geplant, das jedoch zeitlich im Dreißigjährigen Krieg angesiedelt ist. | burgerbe-blog


Weitere Nachrichten

Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel (Niedersachsen) beherbergt unter anderem den Sachsenspiegel, dem ältesten Rechtsbuch des deutschen Mittelalters und ein Grund, warum dieser Blog hier so heißt. Seit 1999 digitalisiert die Bibliotheca Augusta, wie sie auch genannt wird, im Rahmen ihres Projektes Wolfenbütteler Digitale Bibliothek (WDB) besonders seltene, forschungsrelevante oder auch häufig benutzte Teile ihres Altbestandes. Über 2,8 Millionen Seiten und reichlich 17.000 Drucke und Handschriften sind auf diesem Wege bereits (nach einenen Angaben) zugänglich gemacht worden und auch der Sachsenspiegel steht online abrufbereit. All diese Scans, sowie digitale Editionen und Volltexte der Bibliothek stehen nun unter der Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0 DE). Das heißt, dass man die Werke mit Quellennennung („Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel“) unter den gleichen Bedingungen weitergeben darf. | Golem, heise

Nachdem Richard Löwenherz, seines Zeichens u.a. König von England, im Jahre 1199 in Châlus starb, balsamierte man seinen Leichnam aufwendig ein. Zuvor jedoch entnahm man ihm sein Herz und legte es in eine Bleikiste, welche versiegelt und in der Kathedrale von Rouen beigesetzt wurde. 1838 fand man bei Ausgrabungen in der Kathedrale diese Bleikiste wieder. Der Franzose Philippe Charlie durfte nun vor ein paar Monaten 2 Gramm des Kisteninhalts analysieren und Erstaunliches in Erfahrung bringen. | burgerbe-blog

Anfang Oktober 2010 strahlte Sat.1 den ersten Teil seiner Wanderhuren-Reihe aus. Die Romanverfilmung brachte damals ca. 9,75 Mio. Zuschauer ein und wurde mit dem Filmpreis Diva für den erfolgreichsten deutschen Fernsehfilm 2010 ausgezeichnet. Auf ähnliche Erfolge scheint nun das ZDF zu hoffen, denn die Mainzer lassen bereits Die Pilgerin des Autorendous Iny Lorentz verfilmen. Die Dreharbeiten mit Josefine Preuß in der Hauptrolle laufen noch bis Mitte August und finden in der Tschechischen Republik und Ungarn statt. Zeitlich angesiedelt ist der Roman im 14. Jahrhundert und stellt die Situation der Tilla Willinger dar, die die Tochter eines wohlhabender Kaufmanns war. Als ihr Vater stirbt, krämpelt ihr Bruder ihr Leben um und das Unheil nimmt seinen Lauf… | DWDL.de

Zu guter letzt noch etwas zur Tageshistorie. Heute vor 706 Jahren, also am 31. Mai 1307, tobte die Schlacht bei Lucka. Die Auseinandersetzung zwischen dem Habsburger Albrecht I. und Friedrich I., Markgraf von Meißen. Außerdem war der Lausitzer Markgraf Dietrich IV. mit von der Partie. Auslöser der Fehde war das Aussterben einer Lebenlinie der Wettiner, die in der Mark Meißen die Herrschaft innehatten. Adolf von Nassau setzte seinen Sohn Albrecht I. als Herrscher ein, was jedoch den Erben der Wettiner verständlicherweise wenig schmeckte. Die Schlacht entschied Friedrich I. für sich und sicherte so für Herrschaftsfolge der Wettiner, die bis ins 20. Jahrhundert andauerte.

Und damit ging der Herold seiner Wege.

 
 

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