RSS

Im Kern mittelalterliche Burgen des Erzgebirges

01 Dez

Als wir am Mittwochabend in Chemnitz ankamen, hatte unser Zug etwa 15 Minuten Verspätung – sprich wir hatten nur noch 13 Minuten Zeit, um vom Hauptbahnhof zum Staatlichen Museum für Archäologie zu gelangen. Wir schafften es gerade noch, uns hinzusetzen und einmal durchzuatmen, ehe sich schon die Direktorin Dr. Sabine Wolfram erhob und die allererste Veranstaltung im noch nicht eröffneten Haus zu eröffnen.

Burgen im mittleren und westlichen Erzgebirge – Zeugen des mittelalterlichen Landbaus und der Herrschaftsbildung lautete das Thema des Abends, welches Volkmar Geupel in einem reichlich anderthalbstündigen Vortrag behandelte. Als zuständiger Archäologe für den Regierungsbezirk Chemnitz ist er wohl vertraut mit den örtlichen Befestigungen und er war auch maßgeblich an deren (Wieder-) Entdeckung bzw. (Neu-) Bewertung beteiligt. Nach einer Einleitung über den Landbau und die Nutzbarmachung des Miriquidi unter Kaiser Friedrich I. in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gab Herr Geupel einen Überblick über die auftretenden Burgtypen und deren Bestandteile (etwa Ringmauer, Burgfried oder Aborteinrichtungen).

Der Schwerpunkt lag auf den Repräsentationsbauten, die im 12. bis 14. Jahrhundert entstanden sind – also einen mittelalterlichen Kern besitzen. Einen kleinen Exkurs gab es zur ehemaligen Burg Greifenstein, um die sich einige Legenden ranken. Bis vor wenigen Jahrzehten siedelte man die späteren Raubritterburg sogar im Land der Sagen und Legenden an, doch inzwischen ist man eines Besseren belehrt. Ebenso interessant war die Tatsache, wie einfach heute noch die Spuren hochmittelalterliche Handelswege und Waldhufen in der Landschaft des Erzgebirges zu finden sind.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine kurze Fragerunde und im Foyer konnte man am Büchertisch den vor Kurzem erschienenen Führer zu den Burgen und Wehrkirchen des Erzgebirgskreis von Herrn Geupel erwerben. Er ist quasi eine Weiterführung des Abends, da sich darin nicht nur die Abbildungen des Vortrags finden, sondern auch noch das ein oder andere Detail zu nicht erwähnten Behausungen Erwähnung finden. Als Reiseführer geschrieben, gibt er Erläuterungen und Ortshinweise – auch zu einstigen Burganlagen, deren verborgene Überreste sich heute auf Grundstücke „denkmalfeindlicher“ Besitzer befinden.

Gegen 21 Uhr machten wir uns wieder auf in Richtung Hauptbahnhof. Bestückt mit dem Burgenführer verlief die Rückfahrt ziemlich fristgerecht. Einen möglichen Termin für die Eröffnung des staatlichen Museums wollte Direktorin Dr. Sabine Wolfram in Ihrer Ansprache allerdings noch nicht nennen, vertröstete aber auf Januar. Aber sie zeigte sich zuversichtlich, dass bereits im September reguläre Vortragsreihen starten können.

 
 

Schlagwörter: , , , ,

Ihr wollt mitreden? Aber gerne doch!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: