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Von den Faunen…

30 Jan

Hatten die Maya doch recht? Sollte sich die Welt doch verändern? Oder warum verschickte die Band Faun an eben jenem 21. Dezember 2012 einen Newsletter, der einige Neuigkeiten ankündigte: Erst kürzlich habe man nach langer Suche ein Label gefunden – Universal Music – und in etwa einem Monat komme ein neuer Silberling in die Läden: Von den Elben. Soweit, so schön.

Natürlich dachte man sich erst: Glückwunsch Faun, ihr habt es geschafft! Doch es wog auch Zweifel mit, ob sich Faun den neuen Umständen anpassen müsse – immerhin ist es das „große“ Universal und nicht ein spezialisiertes Sublabel wie etwa Nuclear Blast. Und was soll man nun denken, nachdem man die die ersten dreißig Sekunden des Liedes Diese kalte Nacht gehört/gesehen hat und die Musik dann stilistisch umbricht? Direktlink

Es drängt sich irgendwie der Gedanke auf, dass das Label versucht, Faun einen neuen Hörerkreis zu verschaffen. Scheint funktioniert zu haben: »Glückwunsch Faun! Mein neues Lieblingslied. Bis vor wenigen Tagen kannte ich euch noch nicht. So stimmungsvoll, ich liebe es.« Dieser und ähnliche Kommentare finden sich unter dem Video. Andererseits ist die Kunst immer ein Ausdruck von Gefühlen in der jeweilgen Situation ihres Entstehens. Warum sollten sich die Faune nicht einfach verändert haben? Jeder entwickelt sich weiter. Und es ist kein Verbrechen, mit seiner Kunst Geld verdienen zu wollen. Aber man wird das Gefühl nicht los, dass dieser Richtungswechsel nicht organisch, nicht selbstbestimmt geschehen ist.

Auch das Interview zum neuen Album gestaltet sich eher wie die Vorstellung eines Newcomers in der Bravo: Was verbirgt sich hinter dem Namen „Faun“?, Wann und wie kam es zur Gründung der Band?, Warum ist mittelalterliche Musik so erfolgreich?, Welche ungewöhnlichen Instrumente spielt ihr?, Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit „Subway to Sally“? / …mit Björn von „Santiano“?, Worum geht es in der neuen Single „Diese kalte Nacht“?

Wie die Zusammenarbeit mit Santiano für das Lied Tanz mit mir zustande kam, wird im Videointerview angedeutet: Es war der Wunsch der Plattenfirma. Schließlich sind auch die Freibeuter beim Major Label, wie eben auch Subway to Sally. Es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass labelgleiche Künstler einen Track zusammen aufgenommen haben. Nur ist eine solche Zusammenarbeit eigentlich eine Verschmelzung der Stile und kein Überstülpen des bekannteren Sounds. Aber nicht nur das zeigt, dass sich die Musik Fauns mit Von den Elben in einem neuen Gewand präsentiert. Alles ist nun glatter, breitenkompatibler. Auch die Neuauflagen älterer Stücke, wie eben Von den Elben oder Andro II sind nicht unbedingt, was man sich unter Faun vorstellt. Hohe Gesangsstimmen und poppiger Untergrund scheint das neue Credo zu sein.

Schrei es in die Winde – ein weiteres Stück von dem ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Eluveities Omnos als Melodie funktioniert auf der neuen Klangebene nicht wirklich. Und überhaupt, wie nennt man diesen Stil? Als Pagan Folk dürfte dies nicht mehr zu bezeichnen sein, oder? Ist das schon volkstümliche Musik? Wird das ein neues Genre: Düsterschlager? Fallen dann da auch die Labelkollegen Unheilig mit rein? Gibt es auf der neuen Scheibe dann ein Duett mit dem Grafen? Oder wird wieder urtümlicher? Jedem ist es selbst überlassen, wie man den neuen Stil der Gruppe findet. Jeder darf für sich selbst entscheiden, ob die TV-Werbung nötig ist, ob er den Neuling im Plattenregal stehen haben möchte und ob ihn die neue Tournee von Faun lockt. Und genauso steht es Faun frei, neue Wege zu gehen. Ob diese aus Waldboden oder Holz bestehen, wird die Zeit zeigen…

Nachtrag: Oliver S. Tyr hat zur Thematik auf Facebook ein persönliches Statement veröffentlicht.

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