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1. Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dresden

13 Jun

Schon vor ein paar Jahren erzählte mir ein Kumpel vom Mittelalterlich Phantasie Spectaculum und dass ich dort nur sabbernd auf dem Boden liegen würde. Dies ist schon eine Weile her. Das Spectcaculum gab’s derweil schon in Mittelamerika, war letztes Jahr für Berlin geplant, doch der Osten Deutschlands blieb ausgespart. Im Jahre des allgemeinen Weltunterganges war es nun soweit: Auf der Webseite des Mittelalter Kultur Festivals kündigte man den Grenzübertritt an. Für das Wochenende vom 8.-10.6. sollte die Messe Dresden Anlaufpunkt der Spielleute, Gaukler, Schausteller, Händler und nicht zuletzt Besucher werden…

Am Sonnabend kurz vor 13 Uhr fuhren wir auf den Parkplatz der Messe Dresden und parkten fast genau vor dem großen Eingang. Grandioser geht ein Parkplatz nicht. Nach einem kurzen Fußmarsch um das Gelände herum, ging’s erstmal auf eine kleine Anhöhe, um einen Überblick auf die Stätte zu bekommen. Auf dem Abstieg folgte der Eintritt (15 Euronen wurden verlangt) und der Einstieg in die Welt des MPS. Zuerst wurde eine ausführliche Runde über den Markt gedreht, wobei mich sofort ein Stand in seinen Bann zog, der unter anderem Quenas anbot. Damit teilte sich die Gruppe auch schon. Erst später, einigen Versuchen, beendete ich meine Runde. Auf der Hauptbühne spielte bereits Feuerschwanz und die Sonne stand hoch am Himmel. Das Wetter war einfach klasse für einen „Markttag“ und so vertreibt man sich halt die Zeit.

Vermaledeyt am FrühabendWenige später spielte Vermaledeyt auf, eine Band auf die ich gespannt war. Bisher kannte ich von ihnen nur das Instrumental Lyntha, welches sich selbst zu späten Abendstunde noch mit Sonnenbrille spielten. Für mich waren sie also musikalisch mehr oder weniger Neuland und live überzeugten sie mich umso mehr. Mit ihrer „mittelalterlichen Tanzmusik“ hatten sie auch beim sonstigen Volke gewonnen: es tanzte und tanzte. Doch die „Opfermaid“ wollten sie irgendwie nicht annehmen, verwiesen jedoch darauf, dass man zu später Stunde gern auf ihre Dienste zurückkommen werde, wenn es gilt, ein Pink-rosa Gewandungsteil zu tragen. Der Nachmittagsauftritt ging zu Ende, mit dem Hinweis, dass man ja am Abend noch einmal spielen werde.

Im Anschluss an Vermaledeyt betrat Kelvin Kalvus die Bühne und erschuf während seines Auftrittes ein „kleines Universum“ und baute sein Programm auf die universellen Ordnungszahlen auf. Von Dualität, Dreifaltigkeit und den magischen Gesängen getragen, schienen die Kugeln über seinen Körper zu gleiten. Allmählich ging auch die Sonne unter und färbte den Himmel schön blau-orange, vom kleinen Nachbarhügel aus konnte man ihren Untergang zu den Klängen von Versengold verfolgen. Der Abend dämmerte und die Waldwesen vom gleichnamigen Stelzentheater faszinierten die Besucher  mit ihren echt schicken Kostümen und Masken, einem krassen Wagen und einer tollen Klangkulisse. Unterdessten teilten sich Ignis Fatuu und Saltatio Mortis die Masse der Besucher. Dazu wurden die Holzblöcke und die vielen kleinen Lichter auf dem Weg und in den Ständen entzündet. Vermaledeyt setzte zum Abendkonzert an und holten sich für Die Rache des rosa Plünschkaninchens Leute auf die Bühne, die dann den rosa Fummel anziehen durften, mit dem sie bereits am Nachmittag drohten…

Gegen Mitternacht sollte es schließlich heiß werden: Sir Henry Hot bot vor der Feuerspektakelbühne ein abstrakt-feuriges Schauspiel und hinter der Bühne donnerten – unter ohrenbetäubendem Lärm – riesige Gasflammen. Im Anschluss durfte das gaffende Volk noch erleben, was möglich ist, wenn das Vertrauen zwischen Ross und Reiter so groß ist: Ein Schimmel steht allein in einem brennenden Hausgestell! Mit diesen eindrucksvollen Bildern im Kopf und einer Vermaledeyt-Scheibe im Spieler ging der Ritt mit unserem Blechpferd wieder gen zu Hause.

Im Großen und Ganzen war’s ein toller Tag – das Wetter tat sein übriges. Schade war jedoch, dass zwischen den Zelten noch jede Menge Platz für mehr war. Man munkelte, dass viel Händler nicht mitgekommen wären, da Deutschland gerade zur EM spielt, doch spielen sicherlich auch andere Gedanken eine gewichtete Rolle: Das erste Spektakel im Osten. Wird sich das rentieren? Ebenso war es auch etwas tragisch, dass mehrere Bands gleichzeitig spielten und dabei die Bühnen nicht allzu weit auseinander waren. Dies schuf zwar kurze Wege, doch wenn man dann noch den Gauklern zwischen beiden Musikauftritten lauschen wollte, musste man schon aufpassen, dass man nicht doch unweigerlich Ignis Fatuu oder Saltatio Mortis zu hören bekam…

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